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Bei der Schlagfertigkeit handelt es sich ursprünglich um einen Begriff aus der Militärsprache, der den Bereitschaftszustand der Truppen zum Erst- oder Gegenschlag ausdrücken soll/te.
Im zivilen Sprachgebrauch steht der Begriff für die Fähigkeit, auf unerwartete kommunikative Situationen, egal ob im Berufs- oder Privatleben, schnell und effizient verbal reagieren zu können. In aller Regel sind diese Situationen bewusste oder unbewusste Angriffe, die das Ziel verfolgen, eine Person zu verunsichern, herabzusetzen, lächerlich zu machen, zu demütigen oder ihr in anderer Weise zu schaden. Schlagfertiges Reagieren versetzt in die Lage, dieses Ziel zu vereiteln und sich vom angreifenden Gegenüber nicht in eine Position der Schwäche und Defensive drängen zu lassen, sondern vielmehr den Angriff ins Leere laufen zu lassen.
Unfaire, unter die Gürtellinie zielende Äußerungen des Angreifers machen häufig sprachlos oder führen zu verärgerten oder sich rechtfertigenden Äußerungen. Nur die wenigsten sind in der Lage, durch eine witzige Bemerkung oder eine Frage den Angriff zu neutralisieren oder sogar auf den Absender zurückzulenken. Die guten Ideen kommen meist zu spät.
Die Fähigkeit des schlagfertigen Reagierens ist zum Teil angeboren. Mit Hilfe bestimmter Techniken läßt sich Schlagfertigkeit aber auch erlernen. Wissenschaftlich gesehen ist Schlagfertigkeit Teil der allgemeinen Rhetorik. Im Berufsleben gilt sie als eine der hilfreichen „Soft Skills“.
Abzugrenzen ist die Schlagfertigkeit von anderen rhetorischen Techniken, die ihr teilweise sehr ähneln. Vor allem versteht sie sich nicht als eine Art „Kampfrhetorik“, die ausschließlich der aggressiven Durchsetzung der eigenen Interessen mit sprachlichen Mitteln dient. Vielmehr unterstützt sie eine gute Kommunikation, in unvorhergesehenen Situationen schnell, gelassen und passend zu reagieren. Am besten sogar witzig und humorvoll. Schlagfertigkeit zielt darauf, das Gegenüber zu überraschen. Sie dient dazu, die Kommunikation in Momenten aufrecht zu erhalten, in denen durch eine vorangegangene Äußerung eher ein Abbruch des Gesprächs zu erwarten ist. Gute Rhetoriker meistern auf diese Weise in Vorträgen Zwischenrufe und in Kommunikationssituationen Beleidigungen oder die gefürchteten Killerphrasen.